Trends im Blick: Welche Rolle spielen mobile Lösungen & Smartphones im B2B-Bereich?

Aktualisiert: Juni 25

Da der mobile Kanal in der Digitalstrategie eines Unternehmens einen zentralen Platz einnehmen sollte, sollte eine mobile Business Strategie unter Einbeziehung aller Abteilungen sehr genau geplant werden. Die häufigsten Hürden sind die mangelnde Definition von Geschäftszielen, begrenzte Finanzmittel und eine mangelnde Akzeptanz durch die Nutzer. Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat herausgefunden, dass 9.999 von 10.000 erstellten mobilen Applikationen (Apps) keinen Erfolg haben.

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Kurze Rückblende: 2007 brachte Apple das iPhone auf den Markt, das erste wirkliche Smartphone weltweit. Seien Sie ehrlich: Hätten Sie gedacht, dass es diesen Siegeszug haben wird und den Stellenwert einnimmt, den es heute hat? Ich nehme mal an – nein. Es wurde ein komplett neuer Wirtschaftszweig geschaffen, eine bestehende Branche revolutioniert und Konsumgewohnheiten umgewälzt. Es hat die Art verändert, wie Menschen arbeiten und miteinander kommunizieren.

80 % aller Webseiten-Aufrufe erfolgen mittlerweile über mobile Endgeräte wie Smartphones & Tablets.

Und die Tendenz ist stetig steigend, auch weil immer mehr Unternehmen ihre Online-Präsenzen entsprechend anpassen. Die Anzahl der Smartphone-Nutzer beläuft sich hierzulande (2020) auf rund 61 Millionen – das sind ca. 86% aller Handybesitzer.

Die weltweite Anzahl der Smartphone-Nutzer lag im Jahr 2019 bei rund 3,5 Milliarden.

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Zahlreiche Unternehmen haben bereits mobile Lösungen in ihrer Strategie eingebunden und umgesetzt – und immer mehr planen es. Ob sie jedoch Erfolg bringen, hängt von vielen Faktoren ab.

Die erfolgreichsten Projekte verbessern bestehende Prozesse und unterstützen so die wichtigsten Leistungsindikatoren eines Unternehmens – Leiter der Fachabteilungen müssen verstehen, wie bestehende Arbeitsabläufe verbessert werden können und welche Anwendungen sie dafür entwickeln müssen, um die vorher erarbeiteten Unternehmensziele zu erreichen. Eine mobile Strategie ist keine separate IT-Insel, sondern ein kritischer Bestandteil jeder Anwendung und jeden Services, den ein Unternehmen entwickelt.


Da der mobile Kanal in der Digitalstrategie eines Unternehmens einen zentralen Platz einnehmen sollte, sollte eine mobile Business Strategie unter Einbeziehung aller Abteilungen sehr genau geplant werden. Die häufigsten Hürden sind die mangelnde Definition von Geschäftszielen, begrenzte Finanzmittel und eine mangelnde Akzeptanz durch die Nutzer. Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat herausgefunden, dass 9.999 von 10.000 erstellten mobilen Applikationen (Apps) keinen Erfolg haben.

Das wichtigste Prinzip jeder sorgfältigen Planung einer mobilen Lösung ist die Antwort auf die Frage, welches Problem gelöst bzw. vereinfacht werden soll und welcher Nutzen erreicht werden soll. Die sogenannte User Experience (UX) ist entscheidend für die Annahme und Nutzung der Anwendung.

Wenn dies ausreichend beantwortet ist, wenn Nutzerszenarien, Zielgruppen, Ressourcen, Supportplan, Budgets und Marketingpläne definiert sind und wenn ein verantwortliches IT- & Projektteam aufgestellt ist, kann es in die Umsetzung eines ersten Minimum Viable Products (MVP) gehen. Die Maxime dabei ist, das Produkt einfach zu halten, stets begleitende Nutzerfeedbacks einzuholen und einzuarbeiten – und so nach und nach zu einer fertigen Lösung zu kommen.


Wichtig ist der kontinuierliche Support: Es reicht nicht, eine App zu entwickeln, die dann im AppStore versauert. Ständige Pflege, Updateentwicklungen, Bugfixing und Testen ist wesentlich für den langfristigen Erfolg einer Anwendung.


Ein Beispiel für eine mobile Lösung, die in den Geschäftsprozess des Unternehmens integriert ist und einen wirklichen Nutzen stiftet, ist unsere mySALESGUIDE-Anwendung. Die mobile Anwendung ist u.a. bei Netzbetreibern im Einsatz und führt dort den Vertriebsmitarbeiter intuitiv durch den „Tarifdschungel“ und bietet gleichzeitig alle Beratungsfreiheiten (Angebot von Sonderkonditionen, Konvergenz etc.). Berater erstellen vor Ort beim Kunden mit wenigen Klicks ein kundenindividuelles Angebot aus dem gesamten Leistungs- und Tarifportfolio und schließen es mit einer digitalen Signatur ab.

Konzeption und Architektur der App wurden konsequent an der Journey des typischen Verkaufsgesprächs ausgerichtet. Das Ergebnis ist eine einzigartige und effiziente Nutzerführung, vertriebliche Prozesse und Vertriebsleistung werden optimiert.


Smartphones und Anwendungen entwickeln sich immer weiter. Die Einsatzgebiete sind vielfältig, neue Lösungen und Produkte finden Einzug in die Unternehmensstrategie.

Die großen Themenfelder Künstliche Intelligenz (KI), Augmented & Virtual Reality (AR/VR), IoT, Robotics, 5G, Autonomes Fahren sind nur einige Schlagwörter für aktuelle und zukünftige Trends.

Viele neue Anwendungsmöglichkeiten werden alleine durch die Einführung von 5G entstehen.

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5G ermöglicht z.B. sehr hohe Datenraten bis zu 10 GBit/s, eine hohe Dichte von bis zu 1 Million Endgeräte/km², genaueste Positionierung auf unter 10 cm, dabei eine extreme Zuverlässigkeit von bis zu 99,99 % mit sehr geringen Latenzzeiten unter 5 ms und eine Nutzermobilität von bis zu 500 km/h.

Jede Anwendung, die massive Datengeschwindigkeiten oder eine enorme Bandbreite erfordert, ist jetzt leichter zu verwalten und zu vermarkten.

Das ermöglicht neue Anwendungen wie Gruppen-Videokommunikation, Multiplayer-Gaming, autonomes Fahren oder IoT-Märkte. Die Vernetzung von Maschinen und Geräten mit Hilfe von Sensoren ermöglicht vielfältige Anwendungsszenarien: Vernetzung und Steuerung von Produktion. Anlagen, Lagern und Logistik, intelligente Wartung, Smart Cities mit intelligentem Parkplatzmanagement, intelligenter Straßenbeleuchtung und Verkehrsampeln, Mülleimer, die ihren Füllstand melden etc., Smart Metering wie die Fernauslese von Zählerständen und Smart Home mit der Überwachung und Fernsteuerung von z. B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Rollläden sowie intelligente Sicherheitsvorkehrungen.

Indem Unternehmen die Möglichkeit erhalten, mehr Daten zu sammeln, können sie aussagekräftige Erkenntnisse gewinnen und fundierte Entscheidungen treffen – um Effizienzsteigerungen zu erzielen und ihrem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, den es zuvor noch nicht hatte.

Autonomes Fahren ist einer der aktuellen Megatrends.

Voraussetzung für das autonome Fahren ist die direkte Kommunikation zwischen Fahrzeugen in Echtzeit und die hohe Verfügbarkeit der mobilen Datenverbindung. 5G macht das möglich. Die neue Technologie zur intelligenten Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer ermittelt zum Beispiel Abstände und Geschwindigkeiten. Auf Basis dieser Informationen kann das Fahrsystem dann automatisch abbremsen oder beschleunigen.

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein leistungsstarker Smartphone-Trend.

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Viele Benutzererfahrungen können durch Künstliche Intelligenz einzigartig und leistungsstark werden – dieser Trend wird sich in diesem Jahr fortsetzen.

KI und maschinelles Lernen werden in mobilen Anwendungen eingesetzt, um die Benutzererfahrung im laufenden Betrieb zu ändern. Dank er KI-gestützter Buchhaltungssoftware kann beispielsweise ein kleines oder mittelständisches Unternehmen eine kontinuierliche Buchhaltung realisieren, bei der Transaktionen automatisch in Echtzeit in das Buchhaltungssystem eingegeben werden. Lösungen für maschinelles Lernen analysieren die Daten und identifizieren Muster, sodass die Software Prognosen erstellen und Routinetätigkeiten wie das Anpassen der Gehaltsabrechnung oder das Weiterleiten von Kundenrechnungen automatisieren kann. Darüber hinaus befreit die KI-gestützte Buchhaltungssoftware die Buchhaltungsmitarbeiter von Routineaufgaben, sodass sie ihre Zeit für höherwertige Arbeiten verwenden können.

Virtual Reality & Augmented Reality

5G soll eine neue Zukunft für die beiden Technologien Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) einleiten. Denn AR- und VR-Anwendungen müssen große Datenmengen nicht nur herunter- sondern auch hochladen können. Von dieser höheren Bandbreite profitieren zum Beispiel 360-Grad-Videos, AR Maintenance, digital gesteuerte Fern-Operationen und VR-Brillen mit Echtzeitdaten.

Laut Statista wird der weltweite Markt für AR- und VR-Technologie von 27 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 auf etwa 209 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 steigen!

Apple prognostiziert, dass noch in diesem Jahrzehnt das Smartphone als prioritäres Steuerungstool abgelöst wird.

Neue Produkte in Verbindung mit 5G werden nicht mehr nur das Smartphone als zentrale Einheit nutzen bzw. brauchen. Die neue Apple Watch z.B. kann bereits ohne das iPhone genutzt werden, AR- und VR-Brillen halten verstärkt den Einzug ins tägliche Leben der Nutzer – sie kommunizieren mit dem Nutzer über den Bügel und zeigen über die Gläser relevante Echtzeitinformationen an.

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass mobile Lösungen sich immer rascher weiterentwickeln. Sie werden ihren Weg verstärkt in alle Lebensbereiche der Nutzer finden – aber immer weniger mit unserem geliebten Smartphone als Endgerät.


Mehr zum Thema erfahren Sie im Fichtenhain-Talk #15 „Future of Mobile Workplace & Mobile Business“ mit Ingo-Marc Ferdini und Iris Rothbauer ( Leiterin PR bei Telefónica Deutschland) – schauen Sie sich unsere Expertentalk hier an!



Autor

INGO-MARC FERDINI

Mobile Berater ORT Geschäftsführer Bellboxx GmbH

ingo.ferdini@ort-online.net








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